Wunderschöne Protuberanzen

Lange tanzte der leuchtende Bogen aus magnetischer Materie über dem südöstlichen Rand der Sonne, bis er aufbrach.

Roel Weijenberg, der das Phänomen mit seinem Teleskop beobachtete und das Bild mit Photoshop und Pastellstift bearbeitete, bemerkte auf Astronomy Sketch of the Day:

'Das ist die grösste Protuberanz und das grösste Filament, die ich je gesehen habe, beide gleichzeitig sichtbar! Es war ein phantastischer Blick, und ich machte zwei Skizzen davon, zwei Tage auseinander. Am 14. November schleuderte das riesige Filament einen grossen Teil seiner selbst von der Sonne weg, genau als ich am Beobachten war. Es entstand eine dünne, kerzenähnliche Flamme über der Oberfläche. Eine bemerkenswerte Sicht. Die Sonne wird eindeutig aktiver jeden Monat. Was hat sie wohl noch in ihrer Überraschungskiste, während sie dem Sonnenmaximum entgegen geht? Ich kann es kaum erwarten, es heraus zu finden!'
(Übersetzung H.Sathiapal)

Roel Weijenberg, H-Alpha Sun, November 12 and 14, 2011

Sonnenaktivität

Wer befürchtete, die Sonnenaktivität würde in diesem Zyklus nicht so richtig in Gang kommen, hatte zum Glück (für die BeobachterInnen und ForscherInnen) nicht recht.
Jetzt geht es richtig los! Im September gab es mehrere Ausbrüche der Grösse X, die Grössten. Einige trafen die Erde und lösten wunderschöne Polarlichter aus.

Hier einige Bilder des Ausbruchs vom 6. September 2011,
vom Sonnenfleck bis zum Nordlicht.

Wie macht man eine Lochkamera für Solargrafien?

Die Anleitungen sehen ziemlich einfach aus,
aber selber ausprobiert habe ich sie (noch) nicht.
Bild Stefan Michalski
Bild www.pinholetours.com

































Hier eine Beschreibung in deutsch von Stefan Michalski im Fotografie Magazin
Kwerfeldein

Ilya Natarius' Anleitung (englisch)
Justin Quinnell's Anleitung (englisch)

Es lohnt sich wahrscheinlich, mehrere Kameras gleichzeitig einzusetzen,
falls etwas beim ersten Versuch nicht klappt.
Interessant ist, dass man das belichtete Fotopapier
nicht wie üblich entwickelt, sondern direkt einscannt.

Der Sonnenstand mit der Lochkamera

Vor einem halben Jahr lud die niederländische Lansbergen Volksstenwarte
die Öffentlichkeit ein, aus Getränkedosen einfache Lochkameras zu basteln
um damit sogenannte Solargraphien herzustellen,
langzeit belichtete Fotografien der Sonnenbahn.

Hundert Lochkameras wurden aufgestellt.
Jetzt, sechs Monate später, sind die Bilder fertig
mit den Bahnen vom niedrigsten bis zum höchsten Sonnenstand.






































Hier ein einzelnes Bild.

Heute ist der kürzeste Tag

auf der südlichen Hälfte der Erde, und der längste hier!
Sommersonnenwende - Wintersonnenwende,
eine Frage des Standpunktes, wie so vieles...

Totale Mondfinsternis diesen Mittwoch, den 15. Juni

Falls du morgen den Frühsommerabend draussen geniesst,
guck mal nach Südosten, du kannst eine totale Mondfinsternis beobachten.

Wenn der Mond um 20.23 aufgeht (bei flachem Horizont), kurz vor Sonnenuntergang,
wird er sich schon ein bisschen im Erdschatten befinden.
Um 21.22 wird er in den Kernschatten eintreten,
und um 22.13 sollten wir die maximale Verfinsterung sehen können.

Wünsche dir klares Wetter zu einem romantischen Beobachtungsabend!

Wo war nun die aktive Region?

Auf den Zeichnungen waren die Sonnenflecken 1226 und 1227 links,
aber der Ausbruch und der Sonnensturm geschahen
auf der rechten Seite der Sonne. Wo wars nun?

Das Teleskop des Observatoriums Kanzelhöhe,
wo die Zeichnungen gemacht wurden,
zeigt die Sonne spiegelverkehrt.
Viele einfachere Teleskope kehren das Bild um, auch der Sunspotter.
Also beim Beobachten sich nicht verwirren lassen.

Knapp daneben

Der Sonnensturm hat die Erde nur gestreift.
Wir haben nichts davon gemerkt,
und das wird in den meisten Fällen so sein.

Inzwischen brodelt es auf der Sonne weiter.
Die Sonnenflecken 1226-1227 sind ein Stückchen weiter gerückt
und verschwinden hinter dem Horizont.
Neue werden auftauchen, zu Ausbrüchen und Stürmen führen.
Ob und aus welchem Fleck ein Ausbruch oder ein Sonnensturm entsteht,
lässt sich (noch) nicht voraussagen.

Ein Sonnensturm in Richtung Erde

Aus dem Ausbruch vom 7. Juni hat sich ein Sonnensturm entwickelt.
Er breitet sich im Weltraum aus und bewegt sich Richtung Erde.

Der Satellit SOHO hat den Sturm beobachtet mit einem Instrument,
das die Sonne (weisser Kreis) und ein gutes Stück darum herum abdeckt,
da sonst zuviel Licht das Messinstrument stören würde.

Auf dem Bild unten sieht man dennoch kleine Flecken,
Störungen, die von den hochenergetischen Teilchen
des Sonnensturms her rühren.

























Ein Sonnenausbruch bei den Flecken 1226 und 1227

Hier ein Film des spektakulären Sonnenausbruchs von gestern morgen.
Kaum je hat man eindrücklichere Aufnahmen eines solchen Ereignisses gesehen.

Interessant ist zu beobachten, wie ein grosser Teil der Masse,
die ausgeworfen wird, wieder zurück auf die Sonne fällt.
Sie wird angezogen, denn sowohl die Sonnenoberfläche
als auch die ausgeworfene Masse ist magnetisch.

Die dunkleren Farben bedeuten 'kühlere' Temperaturen,
die helleren heisse.

Ein anderer Teil des Materials erreicht eine Geschwindigkeit,
die es ihr erlaubt, die Oberfläche der Sonne zu verlassen.
Daraus kann ein Sonnensturm entstehen.


Die Bilder stammen vom Satelliten Solar Dynamics Observatory (SDO).

Die Sonne ist wieder aktiv, und wie!

Mehrere Sonnenflecken sind mit dem Sonnenspotter
oder mit anderen einfachen Beobachtungsgeräten gut sichtbar.
(Wenn das Wetter mitspielen würde...)

Obwohl die Flecken relativ klein sind,
hat sich gestern bei der Sonnenfleckengruppe 1226 - 1227
ein grösserer Ausbruch ereignet.

Hier bekommst Du bald aktuelle Tipps und Tricks zur Sonnenbeobachtung, wie auf www.sonnenlabor.ch beschrieben. Ist die Sonne jetzt aktiv? Wie entwickelt sich das Weltraumwetter in den nächsten Tagen? Sind Auroras zu erwarten?

... und zwischendurch Erstaunliches, Wunderbares, Anregendes zur Sonne und zu anderen spannenden Sachen im Weltraum ...